Governance-Sprech gibt es in solchen Papieren immer reichlich: „nützliche, sichere und faire“ KI-Entwicklung, gestützt auf die UN-Charta, offen für alle Staaten, mit klarem Fokus auf den Globalen Süden. Das könnte man als Absichtserklärung abtun – wäre da nicht ein Detail, das über bloße Rhetorik hinausgeht.
China verspricht 5.000 KI-Trainingsplätze für Fachkräfte aus Entwicklungsländern, verteilt über fünf Jahre. Dazu kommen geplante Kooperationszentren mit ASEAN, der Arabischen Liga, der Afrikanischen Union, CELAC, der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit und den BRICS-Staaten.
Das ist der eigentlich interessante Teil der Geschichte. Denn wer sein KI-Personal in China ausbilden lässt, wer chinesische Open-Source-Modelle als Basis nutzt, wer Systeme wie das Wetterwarnsystem MAZU einsetzt, bindet sich technologisch an die chinesische KI-Infrastruktur. Und wer technologisch gebunden ist, orientiert sich später bei eigenen Gesetzen eher an Shanghai als an Brüssel. Governance und Technologietransfer sind bei WAICO zwei Seiten derselben Münze – nicht zwei getrennte Projekte.