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Das Deutsche Jugendherbergswerk setzt im IT-Bereich konsequent auf Virtualisierung: Die Service-organisation DJH Service GmbH stellt nicht nur nahezu alle Windows-Applikationen virtualisiert mit Citrix-Technologie für Jugendherbergen und Geschäftsstellen bereit – auch die Server im Rechen-zentrum werden künftig auf virtuellen Maschinen betrieben: Mit XenServer Platinum ist die Einrichtung in der Lage, IT-Ressourcen dynamisch zuzuweisen, und profi tiert von erheblichen Kostenein sparun-gen durch Server- und Storage-Konsolidierung.

Von den Gästezahlen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) können viele große Hotelketten nur träumen: Im Jahr 2007 verzeichneten die 556 Jugendherbergen in Deutschland mehr als zehn Millionen Übernachtungen. Und auch die Mitgliederzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen: Fast zwei Millionen Jugendliche und Erwachsene sind derzeit in der Datenbank des Verbands gespeichert. Eine verbesserte Ausstattung, guter Service und vielfältige Programmangebote haben die Attraktivität der Jugendherbergen in den letzten Jahren deutlich erhöht: Daher schätzen beispielsweise auch immer mehr Familien die unkomplizierte, gastfreundliche Atmosphäre der Unterkünfte – ihr Anteil an den Gesamtübernachtungen stieg mittlerweile auf über 16 Prozent.

Hinter dem anhaltenden Erfolg des DJH steckt eine professionelle und strategische Ausrichtung: So werden beispielsweise die leitenden Mitarbeiter des Hauptverbands und der 15 Landesverbände in einer eigenen Management-Akademie ausgebildet. Jedes Jahr investieren die Verbände zudem in Sanierungs- und Modernisierungsprojekte, um die Erwartungen der Gäste noch besser erfüllen zu können. Auch im IT-Bereich hat das Deutsche Jugendherbergswerk in den vergangenen Jahren große Fort schritte gemacht. Die DJH Service GmbH, die Serviceorganisation des Deutschen Jugendherbergswerk mit Sitz in Detmold, betreibt heute ein Rechenzentrum für zahlreiche Kern-anwen dungen und fungiert als IT-Dienstleister für die Landesverbände und die einzelnen Jugend-herbergen. „Unsere Strategie lief in den vergangenen Jahren immer stärker auf eine Zentralisierung der IT-Aufgaben hinaus“, sagt Ümit Varol, IT-Leiter der DJH Service GmbH. „Was wir vor einigen Jahren mit der Einführung einer zentralen AS/400-Lösung für die Lohn-, Finanz- und Anlagenbuchhaltung sowie die Mitgliederverwaltung begonnen hatten, wollten wir zunehmend auch für die PC-Land-schaften in den Jugendherbergen und Geschäftsstellen umsetzen.“ Für die zentrale Bereitstellung von Windows-Applikationen gab es eine ganze Reihe von Gründen. So gestaltete sich beispielsweise der Vor-Ort-Service in den Jugendherbergen immer aufwändiger: PCs mit lokal installierter Software mussten regelmäßig gewartet und aktualisiert werden, beim Aus-fall eines Endgeräts konnte es vorkommen, dass wichtige Anwendungen wie das Buchungssystem vor übergehend nicht zur Verfügung standen. Auch die Datensicherung war eine große Heraus for-derung: Die Mitarbeiter in den Jugendherbergen waren meist nicht in der Lage, sich regelmäßig selbst um diese Aufgabe zu kümmern.

Virtualisierte Bereitstellung von IT-Ressourcen via Internet Gemeinsam mit dem IT-Partner acocon begann die IT-Organisation daher, ein virtualisiertes Bereit-stellungs konzept auf Basis von Citrix Presentation Server umzusetzen. Für jeden Landesverband wurde dazu eine eigene Serverfarm im gemeinsam betriebenen Rechenzentrum aufgebaut. Die
ein gesetzten Windows-Anwendungen – unter anderem Microsoft Offi ce, Outlook, Lotus Notes, das Buchungs- und Reservierungssystem des DJH sowie die Anwendung für die Personalplanung – wurden von den Endgeräten auf die zentralen Server verlagert. Die Mitarbeiter in den Geschäfts-stellen und Jugendherbergen greifen heute via Internet auf ihre Anwendungen zu und können wie gewohnt mit diesen arbeiten. „Die Landesverbände profi tieren in vielfacher Hinsicht von diesem Modell“, sagt Ümit Varol. „Der Support-Aufwand ist deutlich zurückgegangen, da wir Anwendungen heute komplett zentral administrieren und sämtliche Updates nur noch auf der Serverfarm eingespielt werden müssen. Auch das Thema Datensicherung können wir heute zentral angehen – es besteht nicht mehr die Gefahr, dass Daten zum Beispiel durch den Ausfall einer einzelnen PC-Festplatte verloren gehen. Mit dem Rechenzentrumsbetrieb erreichen wir außerdem eine bessere Planbarkeit der IT-Kosten und eine höhere Verfügbarkeit, die wir den Landesverbänden auch über Service Level Agreements garantieren.“

Die DJH Service GmbH nutzt die Platinum Edition von Citrix Presentation Server, die über leistungs-fähige Zusatztechnologien für die Anwendungsbereitstellung verfügt. So verschlüsselt beispiels-weise die Komponente Access Gateway die Kommunikation zwischen Endgeräten und Servern beim Zugang über das öffentliche Internet. Alle Arbeitsplätze in den Jugendherbergen werden auf diesem Weg sicher an das Rechenzentrum angebunden. Die SSL VPN-Lösung ermöglicht dabei auch die Vergabe abgestufter Nutzungsrechte: So sorgt die integrierte SmartAccess-Technologie automatisch dafür, dass sensible Mitgliederdaten nicht zugänglich sind, wenn Mitarbeiter beispielsweise von einem PC im Home Office auf ihre Arbeitsumgebung zugreifen.

Durchgängiges Performance-Management, vereinfachter Benutzer-Support

Eine weitere Zusatztechnologie ist das Performance Monitoring auf Basis von Citrix EdgeSight. Die Technologie liefert kontinuierlich Echtzeit-Informationen und historische Daten über die Reaktions-zeiten und die Verfügbarkeit der Applikationen auf der Serverfarm. „Wir nutzen die Lösung, um ‚Ausreißer’ bei der Anwendungs-Performance zu identifizieren“, sagt Ümit Varol. „Die Helpdesk-Mit-arbeiter können damit die Fehlerquelle – beispielsweise eine nicht verfügbare Datenbank – in der Regel sehr schnell lokalisieren.“ Der Benutzer-Support gehört grundsätzlich zu den zentralen Aufgaben der DJH Service GmbH. Da die Jugendherbergen 365 Tage im Jahr geöffnet haben und die Mitarbeiter fast rund um die Uhr im Einsatz sind, wird ein echter 24×7-Support benötigt. Seit der Einführung der Citrix-Lösung nutzen die Helpdesk-Mitarbeiter dabei auch die Session Shadowing-Funktion von Citrix Presentation Server. Sie können damit Benutzersitzungen – mit Einverständnis des Anwenders – auf ihrem eigenen Monitor anzeigen lassen. Ümit Varol sieht darin eine qualitative Verbesserung des Benutzer-Supports: „Gerade fachliche Fragen zur Bedienung von Anwendungen lassen sich damit viel einfacher lösen als bei einer rein telefonischen Beratung.“ Für die wenigen Arbeitsplätze, die nicht in die zentrale IT-Infrastruktur eingebunden sind, wird für diese Aufgabe die Remote-Support-Lösung Citrix GoToAssist eingesetzt.

Unterstützt von acocon startete die DJH Service GmbH im Frühjahr 2008 den nächsten Entwick-lungs schritt. Der IT-Partner hatte sich in den vergangenen Jahren bereits intensiv mit dem Thema Server-Virtualisierung befasst und empfahl, die Technologie auch für das Rechenzentrum des DJH zu nutzen. Für Nico Lüdemann, Leiter des Geschäftsbereiches Systems&Services bei acocon, waren dabei zunächst zwei Aspekte aus schlaggebend: „Zum einen geht es natürlich immer darum, Investitionen in zusätzliche Server-Hardware zu vermeiden – zum anderen wird angesichts steigender Energiekosten auch das Thema Stromverbrauch immer wichtiger: Nicht ausgelastete Server-Ressourcen belasten hier nur unnötig das IT-Budget.“

Server-Virtualisierung mit XenServer

Nach einem Funktions- und Kostenvergleich verschiedener Lösungsansätze entschied sich die DJH Service GmbH für den Einsatz von Citrix XenServer Platinum. Die Komplettlösung basiert auf dem Open-Source-Hypervisor Xen und bietet integrierte Werkzeuge für das Management virtueller Windows- und Linux-Maschinen. „Mit XenServer konnten wir die Anforderungen des DJH zu 100 Prozent erfüllen“, so Nico Lüdemann. Die Service-Organisation setzte die Server-Virtualisierungslösung zunächst für einen Landes-verband ein: Weniger ausgelastete Ressourcen, wie zum Beispiel Domain-Controller, Lizenz-Server, File- und Print-Server aber auch einzelne Presentation Server, wurden auf virtuelle Maschinen migriert, so dass sie gemeinsam auf einem Server betrieben werden können. Vier bis sechs virtuelle Server laufen dabei auf einem physikalischen Rechner. Die Performance der Gastsysteme wird durch die Virtualisierung kaum beeinträchtigt, da der schlanke Xen Hypervisor nur einen minimalen „Overhead“ verursacht. Zudem nutzt die Lösung die Hardware-seitige Unterstützung der neuesten Server-Generation: Das DJH verwendet heute 64-Bit-Blade-Server von IBM mit Intel VT-Prozessoren, die speziell für virtuelle Infrastrukturen konzipiert wurden.
Die unmittelbare Auswirkung der Server-Virtualisierung ist eine deutlich bessere Auslastung der vor-handenen Hardware-Ressourcen: „Wir sind künftig in der Lage, mit weniger Servern mehr Benutzer zu versorgen“, sagt Ümit Varol. „Weniger Hardware heißt natürlich auch: niedrigerer Energieverbrauch und geringerer Administrationsaufwand. Die Gesamtkosten für einen IT-Arbeitsplatz lassen sich auf diese Weise deutlich reduzieren.“ Für die Verwaltung der XenServer-Umgebung nutzen die Administratoren die Management-Ober-fl äche XenCenter. Damit wickeln sie das gesamte Lifecycle Management ab, also zum Beispiel Konfiguration, Installation, Reboot und Deinstallation der virtuellen Maschinen. Neue virtuelle Maschinen können mit Hilfe vorkonfi gurierter Templates erstellt oder auch geklont werden, was die Anpassung der virtuellen Infrastruktur deutlich beschleunigt. Die Technologie XenMotion erlaubt es zudem, virtuelle Maschinen im Live-Betrieb von einem physikalischen Server auf einen anderen zu verschieben, ohne dass die darauf laufenden Anwendungen unterbrochen werden. Die Administratoren greifen vor allem bei Test- und Wartungsarbeiten häufi g auf diese Möglichkeit zurück.

Auf dem Weg zum dynamischen Rechenzentrum

Die DJH Service GmbH verfolgt mit ihrer Virtualisierungsstrategie grundsätzlich das Ziel, IT-Ressourcen dynamisch zuweisen zu können. „Unsere Anwendung für die Lohnbuchhaltung wird beispielsweise nur an wenigen Tagen im Monat intensiv genutzt – genau in dieser Phase können wir jetzt mit Citrix-Technologie flexibel zusätzliche Rechenkapazitäten bereitstellen.“ Zum Einsatz kommt dabei die Provisioning-Technologie von XenServer Platinum: Ein Standard-Image einer Server Workload wird dabei „on demand“ auf beliebig viele virtuelle oder physikalische Ma-schinen gestreamt. Ein Reboot genügt, um zum Beispiel einen Web-Server in einen Presentation Server zu verwandeln, auf dem die benötigte Lohnbuchhaltungssoftware läuft. „Da beliebig viele Server von einem Standard-Image booten können, lassen sich so auch die Storage-Kosten deutlich reduzieren“, erläutert Ümit Varol.
Das Rechenzentrum des DJH soll mittelfristig komplett mit XenServer virtualisiert werden: Die Serverfarmen der einzelnen Landesverbände bleiben zwar auch künftig logisch getrennt, greifen dann aber auf denselben Pool physikalischer Server zurück. Zusätzliche Rechenkapazitäten stehen so immer genau da zur Verfügung, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden – im Sommer beispielsweise für die Jugendherbergen an Nord- und Ostsee, im Winter eher für gut besuchte Einrichtungen in Skigebieten.
Ümit Varol sieht die Serviceorganisation damit gut aufgestellt für die Zukunft: „Mit dem ganzheitlichen Lösungsansatz des Citrix Delivery Centers schlagen wir den Weg zu einem wirklich dynamischen Rechenzentrum ein. Wir sind damit einerseits in der Lage, unsere IT-Ressourcen optimal einzusetzen und zu managen – andererseits verbessern wir die Wirtschaftlichkeit und Kostentransparenz der IT-Infrastruktur. So tragen wir dazu bei, dass die Jugendherbergen ihren Gästen auch in Zukunft guten Service und möglichst günstige Übernachtungen anbieten können.“

 

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  • UnternehmenDeutsches Jugendherbergswerk, Detmold